MBS

..bedeutet „Multiple Briard Syndrome“ und darunter leiden wir jetzt seit zwei Monaten. Diese Krankheit ist nicht heilbar.

Wir hatten uns diesen Sommer in der Eifel infiziert und werden es nicht wieder los. Tja, so isses nun!

Es fängt mit SBS (Single Briard Syndrome) an. Man lernt in ca. 2 Jahren damit zu leben, findet sich damit ab dass man nur noch mit anderen SBS-ler oder MBS-ler Umgang hat (oder auch andere Irre-Hunde-Besitzer), lernt mit Kletten, Sand, Staub und halbe Wälder umzugehen, übt sich in Geduld bei der Fellpflege (Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut!), lernt tagtäglich über Hindernisse zu steigen und einen greifbaren Schatten zu haben und kann sich ein Leben ohne haarige Kasperklatsche gar nicht mehr vorstellen!

Und dann fährt man eines Tages nichts ahnend in die Eifel um live mitzuerleben wie kleine Briards das Licht der Welt erblicken. Und entscheidet sich zu gegebener Zeit ein Mädchen mitzunehmen. Dann war da aber noch ein ganz besonderer Bub der nicht einfach irgend ein Zuhause bekommen sollte. So gab man dem Bub ein vorübergehendes Zuhause bis sich die passenden Menschen für ihn finden. Tja, die Richtigen waren nicht dabei und auch wenn sie’s gewesen wären, wären sie doch nicht richtig 😉

So ist das gewesen und nicht anders.

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Ja, ich wusste was das heisst 2 Welpen auf einmal groß zu ziehen, viele mögen es als unvernünftige Entscheidung ansehen – es war eine Herzensentscheidung.

Die ersten 5 Tage habe ich im Wohnzimmer bei den Hunden mein Schlaflager aufgeschlagen. Die Kleinen kamen abends in den Boxen und Dixie wärmte abwechselnd die Sofas.

Jede Nacht 2 mal aufstehen zu müssen war für mich eine Tortur aber bereits in der 5. Nacht schliefen die Kleinen durch 🙂

Manni war nach nur 4 Tagen stubenrein, da war ich baff! Dafür hatte sich Ambre um so mehr Zeit damit gelassen 🙁

Die ersten beiden Wochen durften sie jeden Tag ein wenig mehr erforschen, ich hatte viel beobachtet was sie mir an Verhalten anbieten und dies belohnt. Das war die Zeit für

„sit“, „down“, „weiter“, „raus da“, „wir gehen rein“, „komm“ und diverse Lautäusserungen die meine Zustimmung oder Misgefallen ausdrücken.

Dann kam uns der Tierarzt besuchen (ich bin doch net bescheuert und geh mit 3 Briards in die Praxis!) um Dixie und die Kleinen zu untersuchen und erneut zu impfen. Das war lustig!

Beobachten macht so ein Spass, eine unersetzliche Erfahrung. Wir haben in dieser Zeit auch sehr viel von Dixie gelernt, aus ihrem Umgang mit den Zwergen.

Die Suche nach einer geeigneter Hundeschule hatte sich schwierig gestaltet: entweder wollten wir die nicht oder die wollten uns nicht 🙂

Wir wurden aber fündig und müssen ca. 1 Stunde Fahrt in Kauf nehmen, aber es lohnt sich:  Hundezentrum Groß-Gerau, Inh. Ulrike Thurau. Ein Klasse Trainer-Team mit viel Erfahrung, Wissen und einer sehr guten Beobachtungsgabe!

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Kleine Anekdote am Rand: ich wurde neulich gefragt wieso ich in die Hundeschule gehe wenn ich doch schon alles weiss (?!?!?!aua). In erster Linie damit meine Hunde Kontakt zu verschiedene andere Hunde haben und die Arbeit in der Gruppe lernen. In zweiter Linie weil ich mich nicht selbst beobachten kann und konstruktive Kritik brauche. Drittens: man lernt nie aus.

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Erziehung:

-beide begreifen sehr schnell, können uns schon sehr gut lesen und haben Spass an allem was man ihnen anbietet

-Fellpflege ist kein Thema, müssen auch jeden Tag von Kletten und Schlamm befreit werden 🙂

-überall anfassen lassen, Ohren gucken und puhlen, Zähne kontrollieren, Pfoten und Krallen checken, Genitalien abtasten, alles wird geübt und klappt prima

-Leinenführigkeit klappt bei Manni besser als bei Chilli

-gemeinsam nebeneinander an der Leine laufen klappt schon sehr gut (nach den ersten 20 Meter…)

-an stark befahrene Strasse laufen ist zwar unangenehm aber sie machen mit

-wenn Menschen essen wird nicht gebettelt, das klappt prima weil von Dixie abgeguckt 🙂

-Essbares oder Spieli aus dem Maul rausnehmen, das klappt auch prima bei Beiden

-alleine bleiben klappt sehr gut, einzeln und gemeinsam – sie schlafen

und viele andere Kleinigkeiten die mir jetzt nicht einfallen.

Futter

-sie fressen Alles

-3 Mahlzeiten plus eine Zwischenmahlzeit pro Tag

-werden hauptsächlich roh gefüttert, keine Öle werden beigemischt

-Zusätze werden maximal 1 mal in der Woche (je Zusatz) verwendet und niemals in Kombination (Hefe, Tonerde, Hagebuttenschalen, Seealgen, Lebertran)

-eine Mahlzeit besteht aus Hüttenkäse mit Obst

-Krümel (Magnusson Meat&Biscuit) bekommen sie als Leckerli und Zwischenmahlzeit auf dem Feld (aus der Hand)

-es gibt mehrere Fütterungsplätze: Arbeitszimmer, Wohnzimmer, Garten, Hof und draußen auf dem Feld

sie warten geduldig in oder vor der Küche bis ich alle 3 Näpfe gefüllt habe und die Futterplatz-Richtung einschlage, laufen dann voraus und warten auf die Näpfe

(Dixie bekommt nur 2 Mahlzeiten am Tag, morgens auf dem Feld und abends alle gemeinsam)

Schlafen

-ein Ritual hat sich etabliert: zwischen 23 und 23:30 stehen die Kleinen vor der Tür um im Garten pieseln zu gehen. Wenn sie dann reinkommen setzen sie sich hin und warten:

ich rufe sie nacheinander beim Namen und stelle mich neben der jeweiligen Box, mit einem Affenzahn läuft jeder rein, legt sich hin und weg isser!

Ubrigens, das klappt auch tagsüber, ich muss mich nur neben der Box stellen und rufen 🙂

-morgens  zwischen 7 und halb 8 schlafen sie noch tief und fest, gehen trotzdem raus pullern und legen sich nochmal bis 9-10 Uhr auf den Sofas zum schlafen

Die Beiden sind sehr unterschiedlich aber unheimlich verschmust. Orientieren sich sehr stark nach Dixie und können uns schon sehr gut lesen.

Ich hatte mir das alles viel schlimmer vorgestellt aber nur weil ich mich selbst unter Druck gesetzt hatte. Da fiel mir ein dass ich keine Perfektion mag, jedenfalls nicht im menschlichen Sinne, und auch keinen perfekten Hund haben möchte sondern Hunde die mit uns gut leben können, Sicherheit haben und Hund sein dürfen (trotz diverser Ausstellungen die noch bevorstehen). Dixie hat mich gelehrt dass ich gelassen sein sollte, mir die Kleinen der Reihe nach vorknöpfen soll, dass Rituale zwar toll sind aber Abwechslung und Überraschungen im Tagesablauf noch toller sind, dass Alles seine Zeit hat.

Ich weiss dass uns noch turbulente Zeiten erwarten und ich freue mich darauf, ehrlich 🙂

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Diana

Kategorie A & A, Erziehung, Ernährung, Verschiedenes | 6 Kommentare

6 Responses to MBS

  1. Emil says:

    Hey, Ulrike Thurau kenne ich noch aus der Zeit als ich in die Hundeschule gegangen bin. Das wäre auch unsere Wahl gewesen.
    Wuff
    Emil

  2. Sally says:

    Ich habt schon die richtige Entscheidung getroffen, wenn ich könnte würde ich mir auch einen 2ten Briard holen.

    LG
    Marlis

  3. Indigo says:

    Langeweile macht…… alt,krank,einsam,träge, fett……
    mit MBS wirste wieder jung, fit, lernst Leute kennen, hälts dein Gewicht ……….. 🙂

    dickes Bussi an dich Silvie
    oh…natürlich Schlabber Sabber Bussi von Indi an Dixie Maus

  4. Dino+Isabel says:

    Schön das es euch allen so gut geht! 🙂 Und noch schöner das alles so gut klappt! Wir müssen demnächst mal wieder vorbei kommen und uns persönlich von eurem Wohlbefinden etc.überzeugen.

    Knuddelgrüße

    P.S. wir haben endlich auch das Futter umgestellt. Klappt prima!

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