Der Kerl braucht Lunge

Nachtrag vom 2008-03-29

Nimm den Kerl ans Rad, der braucht Lunge!

Wir sind momentan ein wenig ausser Puste, mein Herrchen 🙂 Wohl etwas überschätzt?

Jaja, läster Du nur, Du bist noch jung und kannst rennen…

Ok, hier die Fakten für das Logbuch:

Trail #2008/004

60% Luftfeuchtigkeit bei 10°C, heiter bis sonnig, Wind leichte Böen und wechselnd, Alter der Spur 5 Minuten und Traillänge 600m auf Feldweg, offenes Gelände. Versteckperson bekannt.

600m ist kein Thema, dachte Herrchen. Hihi, die Strecke ist bergauf und ich hab wieder Allrad drin. Also kein Laufschritt, nein Sprint ist das Tempo 🙂

* keuch *

Wir sind erstmal ganz unauffällig losspaziert, an den bescheuerten Schäf^H^H* ständig bellenden Hofhunden der Nachbarn vorbei, in Richtung Teich gelaufen. Herrchen hat mal wieder an der Leine gezerrt wie wild, aber ich rucke ja nicht, ich bleib einfach stehen. * hallo? *

Nach einer Weile hat Herrchen mein neues Geschirr – davon erzähl ich demnächst vielleicht – aus dem Rucksack gezogen. Das hab ich gleich gemocht, ist auch bequem. Und Herrchen verknuddelt sich nicht so die Finger, das Neue ist weniger kompliziert als das Alte. * hey, wie läßt du mich dastehen? *

Ok. Geschirr, 10m Leine… Bescheid! Ich such den, der fehlt, hab schon den Geruch der Spur in der Nase, und weil ich den Menschen sehr mag, ist es mir recht, wenn die anzieherei schnell geht. * aaahrgh du sollst hier den Riechkolben reinstecken! *

Also wedelt Herrchen hilflos mit der Geruchsprobe, während ich schon in den 2. Gang schalte 🙂 Wir laufen etwas die Reben entlang, lassen den Teich links liegen und weiter geradeaus. Hmm, Herrchen gibt Leine, der Geruch wird auch schwächer. Offensichtlich gehen wir nicht zu Finn, meinem Freund. Nun wedelt er wieder mit der Geruchsprobe * Bist du so lieb? * Hier war ich unsicher, konnte Dixie nicht richtig lesen. Unklar ob sie selbst gewendet hat oder mein dummes Zögern als Hinweis nahm.

Ah ja, alles klar. Zurück und abbiegen, den Teich wieder zur linken. Dann den Berg rauf, den Reben entlang. Hihihi, nicht steil aber ein ordentliches Stück weit.

* luftschnapp *

Hmm, hier von links weht der Geruch her. Mal sehen. Ne, das ist nicht die Spur. Aber im Hochwind riechts hier. * Offenes Gelände, wir haben hier ein U im Trail, die Versteckperson ist 100m linker Hand, nun im Wind, der hat eingedreht. Sehr gut gerochen hier. *

Ist mir aber zu unsicher, ich geh zurück auf die Spur. * schwitz, Glück gehabt, unter den Reben durch wärs echt lustig geworden. *

Am Ende der Steigung wieder Hochwind, Duft von rechts – wird schwächer nach 3m – von links also liegt die Spur. Gleich wieder Tempo aufnehmen. * passt zur Windrichtung von links. Und was heißt hier „also“, du Dialektiker? *

Oh ein Traktor. Mist. Die mag ich nur bedingt. Na gut, heute ignorieren wir den. Direkt hinter dem Traktor 2 Menschen. Ich schnüffel mal – nein der ist es nicht – und Vollgas weiter. * Die Winzer haben nicht schlecht gestaunt, und ich war zum erklären außer Puste und unter Leinenzwang 🙂 *

Nach 50m links und dann gleich rechts durch die Büsche * 10m parallel zum Trail, aber direkt auf den Gesuchten zu. *

Uiuiui, ein Geruchspool. Mal orientieren. Ah, ich seh ihn! Allrad.

* Japs *

Freu, Hüpf, Tob, Wurstschluck, Renn, Wedel, Hüpf.

* Ich kann nicht mehr *

Analyse:

  • ich hab kein Bock, den Geruchsartikel zu schnüffeln * zumindest nicht sehr nahe *
  • Wir haben zu wenig verschiedene Opfer
  • Herrchen ist alles andere als fit, der soll mal bissi mehr laufen
  • Suchmotivation ist enorm, wir sollten geplant Details ausarbeiten
  • Wir machen insgesamt zu wenig Trails, #4 bis April ist kein rühmlicher Schnitt. * Jaja *

Wuff,

Dixie.

Wir haben 2 Probleme: Eine ernsthafte Suchausbildung können wir weder zeitlich noch finanziell bewältigen. Selbst, wenn wir bis zur Einsatztauglichkeit kämen, ist beruflich eine Einsatzbereitschaft nicht möglich. Darum, und aus anderen Gründen, werden wir Hobbytrailer bleiben müssen. Gleichgesinnte im Freizeitbereich habe ich hier noch nicht gefunden (hint hint, Emil?), nach einem Trainer, der uns nicht arm macht, suche ich noch. Bei der Staffel des örtlichen DRK hab ich mich noch nicht getraut zu fragen. Das andere Problem ist, daß Dixie echt ein Naturtalent ist und enormen Spaß hat.

P.S.

* die Schäferhunde sind eigentlich Ok. Nicht wirklich sozialisiert, zumindest nicht auf Einbrecher. Der eine sollte vor 2 Jahren im Alter von 3 wegen eines wirklich ernsten Tumores am Hinterlauf eingeschläfert werden – die Besitzer sahen ihn nur noch leiden. Mein Frauchen konnte die Besitzer dann überzeugen, daß ein Hund auch auf 3 Beinen ein glückliches Leben führen kann. Und sie hat Recht behalten. Er wurde operiert, das Bein musste in der Tat amputiert werden. Der Kerl ist aber auf 3 Beinen so flink wie seine Gefährten, er ist ausgelastet, wachsam und enorm schnell, wenn es darauf ankommt. Nur ist er bei Berührung am Hinterteil sehr empfindlich – das darf nur sein Herrchen. Versteh ich gut. Auf jeden Fall hat er noch eine ganzes Stück glückliches Leben vor sich, auf dem er geliebt wird.

Kategorie Mantrailing | Schlagwort | 4 Kommentare

4 Responses to Der Kerl braucht Lunge

  1. Klar hätten wir Interesse, aber mangels Ausbilder und Möglichkeiten noch nie versucht. Ich bezweifele auch, ob Emil dazu in der Lage wäre, wenn Dixie dabei ist. Da könnte es sein, dass der Duft des zu Suchenden nicht sooo wichtig ist wie Dixies Duft. ;-))
    Aber es käme auf einen Versuch an.

  2. Hmmm, und warum habt ihr bei der DRK-Staffel noch nicht angefragt? Die beissen nicht 🙂
    Frauchen sagt, Dixie wäre sicherlich top als Rettungshund geeignet (hat sie das sogar nicht schon mal geasgt?), ist aber zeitlich aufwendig. Einmal in der Woche abends und ein Tag am Wochenende ist üblicherweise Ausbildung. Allerdings muss man eh immer mit dem Hund raus und ihn beschäftigen 🙂
    Die Kosten beim DRK sind minimal, kann sich auch ejder Student/Arbeitslose leisten.
    Die Einsätze sind v.a. abends/nachts, auch in unserer Staffel sind alle Hundeführer berufstätig. Die, die nicht von der Arbeit freigestellt werden, gehen eben halt nach der Arbeit als sogenante 2. Welle in den Einsatz. Und so oft snd die Einsätze ja nun auch nicht.
    Geht doch einfach mal zu einem Schnuppertraining hin, wir garantieren euch, es gäbe nichts, was Dixie glücklciher machen würde 🙂

    Wuffwuff

    Merlin und Hoshi

  3. Ines Kiene says:

    Gott hab ich gerade gelacht…………. Das hört sich ganz verdammt nach meinem Riesenschnauzer Xaver an. Wir Trailen seit ein paar Tagen mit großem Erfolg, ehrlich. Auch er will einfach nicht „schön“ riechen und sich dann langsam in gang setzen… Neiiiiiiiiiiin kurz snief gemacht und los geprescht…. wie ein Geistesgestörter Hund. die Leute die uns denken immer „Die hat den ja üüüüüüüberhaupt nicht unter Kontrolle“ oder „Mein Gott die arme Frau“ Aaaaaaaber er findet trotz wahnsinns Tempo immer die gesuchte Person. Schießt bei Biegung kurz drüber hinaus um sich dann im Affenzahn zu korrigieren….. oh Gott wenn ich gewußt hätte wie Anstrengend das ist….. hätte ich mich nicht noch im Fitnisscenter angemeldet. Hört das irgendwann auf??? Ich komm gar nicht zum beobachten oder besser noch Atmen….. Hihihi

    Liebe Grüße Ines

  4. Dixie says:

    Hihi,
    wir arbeiten mittlerweile ernsthaft 🙂 am Tempo – das Gerenne hat ein paar Nachteile (neben der Fitness). Dixie schießt auch gerne über, und das ist DAS Problem beim zu schnellen Trailen allgemein. (Stetiges, gleichmäßiges) Bremsen ist ok und verdirbt dem Hund auch nicht den Spaß, wenn die Party am Trailende stimmt.

    Das sehr kurze schnuppern ist auch ok. Irgendwann wird man prüfen, ob er wirklich _dieser_ Spur oder irgendeiner folgt. Und man wird überrascht sein, wie gut der Hund riechen kann 🙂

    Btw, zum Thema gehts auf http://funtrailing.de/ weiter.

    Viele Grüße,
    Herr Chen

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