One year with Dixie

Nun bin ich ein genau Jahr bei meinen Menschen. Mir gefällt es sehr und ich finde, wir sind ein tolles Gespann.
Herrchen hatte nie Haustiere, aber Frauchen ist mit Hunden aufgewachsen und nachdem sie sich in ihrem jetzigen Haus eingelebt hatten, war es an der Zeit für einen Hund.

Aber nun sollen die mal erzählen, wie es dazu kam und wie die Zeit verging.

Meiner Frau Wunsch wäre ein Bloodhound gewesen, der vom Charakter und Wesen uns durchaus entsprechen könnte und sehr wohl unser Partner hätte werden können.


Sam, ein lieber Gefährte von Frauchen, aus einem Carpatin-Wurf, er sah aber anders aus als die anderen Welpen, hat nie gebellt, nur geheult, und war sehr eigen. Wenn man ihn anschrie, lag man rücklings mit dem Fang an der Kehle. War aber nicht hier und so einer ist auch nix für hier. Im Frankfurter Zoo ist auch so einer.

Sie kennt von früher auch den Umgang und die Erziehung von Mischlingshunden, Dogge und sogar ein Schweinchen war wie ein Hund anhänglich und treu zu Ihr.
Aber wirklich infiziert hat sie vor 15 Jahren ein schwarzes Briardmädchen, für welches Sie sehr weit gefahren ist, um es zu sich zu nehmen. Lange haben wir diskutiert, ob und wie wir einen Bloodhound wirklich auslasten können und wir haben uns dann doch dagegen entschieden.
Wir haben uns gegen Tiere aus dem Tierheim entschieden, da wurden wir mal angelogen, was die Sozialisierung und Vorgeschichte angeht, und auch Import von Hunden mit Migrationshintergrund entsprechen nicht unserer Vorstellung von Tierschutz.
Letztendlich waren wir vom Briard infiziert und in diese Rasse auch verliebt. So haben wir im Internet gesucht, ohne uns festgelegt zu haben, ob das Kleine nun schwarz oder fauve, Hund oder Hündin werden sollte. Uns war nur wirklich wichtig, daß wir den Hund so früh (in seinem Leben) wie möglich kennen lernen, die Elterntiere sehen, die dazugehörigen Menschen kennen lernen und erfahren, wie das Kleine aufwächst, was es in den ersten Lebenstagen für ein Umfeld hat. Der Charakter war uns wichtiger als das Aussehen (das ist es heute noch).

Interessanterweise war es dem Züchter ebenso wichtig zu erfahren, was für Menschen wir sind und auch ob das Muttertier uns akzeptiert (hat sie). Der nicht zu unterschätzende Instinkt eines Hundes ist aber eine andere Geschichte. Dieses Verantwortungsbewusstsein des Züchters hat uns bestärkt, an der richtigen Stelle gelandet zu sein.

Wir haben 4 Jahre gewartet, uns mit dem Thema beschäftigt, diskutiert, beobachtet und geplant. Die Entscheidung war nicht ad hoc.
Wir haben uns Fragen gestellt wie:

  • Sind wir bereit, bei jedem Wettern mit ihr raus zu gehen?
  • Können wir genügend Zeit aufbringen, wo sind die Prioritäten zwischen Hund und Hausbau?
  • Wie können wir einen Hund entsprechend seiner Anlagen fördern und auslasten?
  • Was müssen wir dem Hund bieten, was können wir dem Hund bieten (entsprechend seinen Anlagen und seinem Charakter)?
  • Was passiert, wenn wir ausfallen (Patenschaft)?
  • Was ist Hundeerziehung, was ist Konsequenz, was sind unsere Schwachpunkte?
  • Gehören wir zu den Watteschmeissern oder zu den Paramilitärischen, gibt es da auch einen vernünftigen Weg?
  • Was darf der Hund, was darf er nicht, was wollen wir, was wollen wir nicht?
  • Können wir den Unterhalt finanziell leisten?
  • Können wir Tierarztkosten, und diese im Zweifelsfalle bis zu hohen Summen, uns leisten?
  • etc.

Wir haben uns selbst beobachtet (tun das auch heute noch), uns an unsere eigenen nackten Nasen gefasst und auch betrachtet, wo unsere Schwächen sind in Fragen von Konsequenz, Zuverlässigkeit, wo unsere Ängste sind. Wir haben uns ein Bewusstsein geschaffen, daß wir instinktiv sehr vieles auf den Hund übertragen werden (wie der Herr so das Gscherr) und daß Selbstvertrauen und Zuverlässigkeit bei der Führung und Erziehung eines Hundes ein wichtiger Eckpfeiler vom ersten Tage an sein würde.
Daraus und aus den Erfahrungen mit Kind, Umwelt und früheren Tieren folgte auch die Erkenntnis, daß wir flexibel sein und bleiben müssen, jeden Tag neu lernen, reflektieren und unsere bisherigen Ansichten und Aktionen bewerten, diskutieren und überdenken müssen, daß wir uns den Gegebenheiten täglich aufs Neue anpassen müssen.

Die Entscheidung für einen Hund war also nicht leichtfertig gefällt und erst als wir für uns zufriedenstellend diese und andere Fragen beantworten konnten, haben wir uns ernsthaft auf die Suche gemacht.

Ein halbes Jahr später brachte dann es ein glücklicher Zufall, die Kleine kam und sie hat es uns leichter gemacht, als wir je gedacht hätten.

Nun folgt eine ultimative Lobhudelei:

Dixie verkörpert einen waschechten Lieblingshund. Sie paßt so wunderbar zu uns. Sie richtet sich sehr nach uns und wir mußten uns nicht wirklich umstellen. Wir haben jetzt nur mehr frische Luft und Bewegung, mehr Freude, Spaß und Liebe.

Zitat (Andrea, Colors): Die haut so schnell nichts vom Hocker.

Dixie bettelt nicht, sie hat früh gelernt, dass Bettelverhalten ignoriert wird. Wenn sie etwas möchte, zeigt sie es dezent aber überzeugend.

In den ersten Wochen bei uns hatte sie mit einer Ohrenentzündung zu kämpfen, und dadurch nicht gut orten können. Dies hat Sie gut überstanden, läßt aber nur ungern Fremde an ihr Ohr.

Sie begrüßt uns jedesmal überschwänglich, auch wenn wir nur eine Minute im 1. Stock oder draußen waren.

Sie liebt fast alle Menschen, so sehr, daß der Briefträger schon fast verunsichert ist.

Auch mag sie die meisten ihrer Artgenossen, wobei sie ein bißchen Zeit zum anfreunden braucht. In jedem Falle spielt sie alle an, oft so agil, daß die anderen eher Angst bekommen.

Sie ist die meiste Zeit des Tages mit dem Popo in der Höhe in Spielaufforderungsstellung. Einfach weil’s schön ist.

Sie schläft in den unglaublichsten Positionen, gerne mit einer Unterlage unter ihrem Kopf. Da sind Kissen, Sofalehne, mein Schuh oder gar das Stuhlbein des Bürostuhles recht.

Kuscheln wie auch mit uns Raufen liebt unser Zahnflockati gleichermaßen.

Sie genießt ausführliche Körperpflege, kämmen (wir sie, sie uns), läßt sich ohne (große) Probleme die Ohren putzen und die Pfoten vom Schlamm abwaschen.

Sie hat immer die Nase am Boden oder im Wind, ist sehr nasenorientiert.

Sie gibt alles aus dem Maul ohne Widerstand aus, oft reicht auch die freundliche verbale Bitte.

Sie schlingt nicht, überfrißt sich nicht. Wenn sie genug hat, läßt sie Futter stehen, sie weiß, sie kann es später auch noch fressen. Sie ist für Hundeverhältnisse überhaupt nicht gierig, bei Leckerli läßt sie sich mit der Bitte WARTE darauf ein, in Sitz zu gehen und erst auf stimmliche Motivation hin das Leckerli zu nehmen.

Sie zeigt enorme Freude an Hütespielen, treibt gerne die Hühner. Dabei gibt sie aber zuviel Druck, sodaß wir bremsend einwirken müssen. Sind die Hühner im Gehege, zeigt sie Grenzhüteverhalten und sorgt dafür, daß die Vögel a) zusammen und b) nicht zu nah am Zaun sind. Gelegentlich verfolgt sie noch zum spielen, greift (beißt) aber nicht sondern hält nur mit den Pfoten.
Gelegentlich treibt sie die Hühner in eine Ecke, danach in eine andere. Hauptsache die Herde ist zusammen.
Sie fühlt sich überhaupt am wohlsten, wenn wir (Menschen) zusammen sind, dies gilt für Zuhause wie auch auf Spaziergängen.

Auch hat sie an Suchspielen / Mantrailing extrem viel Spass. Das haben wir auch ab der 10. Woche gefördert.

Sie Beobachtet viel und gerne und ist trotz gewisser Vorsicht neugierig und offen für alles Neue.

Unerschrocken und selbstsicher ist Ihre Haltung, welche sie aber oft von unserer Reaktion zu den Ereignissen ableitet.

Sie ist sehr geduldig aber weiß auch zu fordern. Im Zweifelsfalle beschäftigt sie sich auch gerne selbst.

Angst vor dem Staubsauger zeigte sie nur Anfangs, diese ist einem gewissen Respekt gewichen. Hingegen Besen spielt sie leidenschaftlich an.

Leidenschaftlich leckt sie im Winter an gefrorenem Wasser. Bei jedem Wetter liebt sie Wasser, geht gerne rein um zu toben oder auch nur um sich die Pfoten zu waschen, wenn sie mit Schlamm verdreckt sind.

Sie liebt das Toben und Sausen im Gras, Kornfeld, aber auch im frisch gepflügten Acker, sodaß die Erde nur so davonspritzt.

Im Straßenbereich zieht sie ungeduldig an der Leine, ich vermute, ihr ist der Autoverkehr nicht geheuer. Sobald wir von der Straße weg sind, ist sie wieder bei mir. Wir arbeiten daran 🙂

Sie begrüßt Menschen so enthusiastisch, daß sie gerne hochspringt. Auch daran üben wir. Manche Leute zeigen Verständnis, aber die Reinigungskosten sind schon exorbitant. Auch daran arbeiten wir 🙂

Zum spielen im Haus sind ihr ausgediente Pflanztöpfe lieber als teures Hundespielzeug. Auch Wingertknorzen sind immer ganz toll, wenn der Markknochen gerade langweilig geworden ist.

Beim Spielen mit anderen stellt sie sich sehr sensibel auf den Partner ein – kleine Hunde und besonders Welpen behandelt sie sehr vorsichtig und einfühlsam, mit gleichstarken geht es gerne auch mal ruppig zur Sache.

Sie apportiert überhaupt nicht, wenn man Ball oder Stock wirft, schaute sie nur mit dem ‘Gehts dir noch gut?’ Blick. Bälle kickt sie aber gerne mit den Pfoten, oder kaut dran rum. Daran findet sie nun immer mehr Spaß. Extrem Spaß machen Zerrspiele.

Das einzige Fast-food was sie kennt sind Cheeseburger. Die allerdings ißt sie mit Genuß: erst wird er auseinandergenommen, leckt die Brötchen sauber, frißt diese, separiert die Gurke vom Fleisch, frißt das Fleisch und verschmäht die offensichtlich in Süßstoff eingelegte Gurke. Die Zwiebeln frißt sie interessanterweise.
Sie mag Zwiebel- und Knoblauchgeruch, frißt aber keines von beidem (außer auf dem Cheeseburger).

Sie ist gelegentlich etwas schnausig, und liebt Abwechslung. Rohes Fleisch nimmt sie aber immer gerne, bei Gemüse muß man sie manchmal überreden.
Ausnahme ist das Frühstück, wo sie leidenschaftlich gerne Chinakohl frißt.
Insgesamt schmeckts aus der Hand besser als aus dem Napf und draußen besser als drinnen.

Sie erreicht im Sprint hohe Geschwindigkeiten, ist mit die schnellste auf dem Platz. Bisher haben wir nur einen Briard, welche ihr mit Tempo Respekt einflößen konnte, auf dem ersten Welpentreffen im Herbst 2007 erlebt. Es hat sie sichtlich überrascht, nicht die Allerschnellste zu sein und dementsprechend kurz verunsichert.

Sehr wachsam am Abend, äußert im Alter von 10 Monaten gelegentlich auch grollend eine Warnung nach Einbruch der Dunkelheit. Heute macht sie den Blockwart, aber sehr differenziert. Je nach Geruch wird da freudig gerufen oder grollend und gefährlich gewarnt und verjagt. Katzen haben bei uns im Hof überhaupt keinen Spass mehr.

Sie ist überhaupt nicht wehleidig. Dies ist z.T. typisch für einen Briard und birgt demenstprechend die Gefahr, eine Verletzung zu spät zu erkennen.

Sie ist eine sehr selbständige Natur und nimmt auch mal in Kauf uns zu ärgern oder zu ignorieren. Dafür wird sie auch immer verprügelt und kommt ins Tierheim.

Sie hat noch NIE mit Schuhen gespielt. Obwohl in ihrer Linie das wohl genetisch drin sei und ein Schuh in ihrer Welpenkiste war. Englischer Humor des Züchters 🙂

Sie ist unser Beißflockati, unser Chupi, Herzchen, Schatzi, Mäusezähnchen, Wauzi,

unser Dixiemausischnupsipupsi.

Heute ist sie geschätzt stolze 61cm hoch und 27,5Kg schwer.

Der Fairness halber muß man dazusagen, daß sie schon ihre kleinen Eigenheiten und Macken hat, auch klassisch Briard-Dickschädel und frech sein kann, aber das ist hier und heute nicht wirklich erwähnenswert.

Wir sind sehr gespannt und neugierig, was uns die Zukunft bringt.

Dixie’s Menschen.

Posted in Diary | Tagged , , , | 7 Comments

7 Responses to One year with Dixie

  1. Emil says:

    Und ich dachte, Dixie wäre riesig, als ich sie so neben Habca sah.
    Wir teilen außerdem die starke Liebe zu Pflanztöpfen und apportieren tue ich auch nur ungern.
    Wuff
    Emil

  2. Na, das hört sich doch nach einem echten Traumhundchen an!
    Und glaubt ihr wirklich, ihr Menschen würdet uns genauso sehr lieben, wenn wir Hunde keine kleinen Macken und Eigenheiten hätten? 🙂

    Wuffwuff
    Merlin und Hoshi

  3. Indigo says:

    Boh…. wie in einer Anzeige; Sie sucht Ihn….
    Schon witzig, was für Gemeinsamkeiten zu entdecken sind.
    Und weisst Du was das Wichtigste ist?
    Das wir für unsere Nacktnasen die tollsten, schönsten, liebsten, frechsten,
    schlausten,kuscheligsten,inteligentesten,wachsamsten,treuesten,
    freundlichsten……
    Briards der Welt sind. 🙂
    stimmt doch Frauchen oder?
    JAAAAA, und noch viel mehr mein Scheisserchen
    Indi und Frauchen

  4. Indigo says:

    Ach Dixie, hab ich ganz vergessen,
    kannst Du mir Pfingst Samstag einen alten knorrigen Wingertknorzen mitbringen
    für meine Stöckchensammlung?
    Aber bitte nur mir übergeben, sonst klaut ihn mir Frauchen zum kreativen
    Werkeln.
    Ich könnte auch ein Tauschgeschäft vorschlagen.

    Dein Indi

  5. Oh, Dixie, du Schöne!
    Was für eine schöne Liebeserklärung. Frauchen hat irgendwo für mich auch eine
    geschrieben. (Warum hat das Antwortfeld rechts keinen Rand? Ist der Text weg
    wenn man da rein schreib? Man sieht ihn nicht, drum trau ich mich nicht.)

    Ich kann so fies sein, wie ich will. Am Ende bin ich der schönste und liebste
    Irische Wolfshundpudel der Welt.

    Du hast das ganze Leben noch vor dir. Sie werden mit der Zeit immer noch
    besser werden. Die Liebesgedichte. :))

    Wuff
    Banjo

  6. dixie says:

    Indi, Knorzen sind gebongt 🙂

    Banjo, Das Textfeld war abgeschnitten, wenn man nicht gerade eine unverschämt unanständige Bildschirmauflösung hat. Der Text ist aber nicht weg. Meine IT-Solutions kümmert sich da.

  7. Indigo says:

    Danke du kleine Schwedische Tanzmaus 🙂 🙂

    Dei Indi

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *