Pipikaka-Runde

Nachdem ich mich mit intensivem Gesichtabschlecken und Liebgucken unmissverständlich geäußert habe, hat sich der Kerl vor dem PC doch von ebendiesem getrennt und ist mit mir eine kurze Runde raus.

Ne halbe Stunde ist schon peinlich kurz, aber mehr geht grad wohl nicht. Ich habs genossen, bin rumgesaust wie wahnsinnig und bei den 10 Grad Celsius im Schatten kommt man schon ziemlich ins Schnaufen. Ich will wieder Winter.

Dennoch, mir hat der kurze Spaziergang gefallen. Wenn ich nicht sause, bin ich am schnüffeln.

Lustig und interessant ist es immer. Hier am Biotop brüten gerade Wildenten. Die darf ich leider nicht barfen.

Schade.

Aber Herrchen ist schräg drauf, nur am vor-sich-hin-schimpfen. Ich versuchs mal wiederzugeben:

Auf dem Weg sind wir bei der Nachbarin Dingsda (Name von der Redaktion geändert) vorbeigekommen. Die hat nen Retrieverwelpen und ne 4-Jährige Retrieverin. Mit denen darf ich nicht spielen. Niemand darf mit denen spielen. Weder Mensch noch Hund.

Lange Geschichte:

Hat die Dingsda (bevor ich zu meinen Menschen kam) doch gesagt: „Oh, Briard, die sind gefährlich und schwer zu erziehen.“ Stimmt auch, ich bin nicht ohne und ich bin ein Hund. Nun beobachten meine Menschen einen Unterschied: ich mag alle Menschen und Hunde, auch wenn ich eins auf die Mütze krieg, lenke ein und spiel wieder an, oder ignorier brav und lass dem anderen die Ruhe. Ich muss keinen Lochen, ich kann ja auch aus dem Weg gehen. Die ältere Retrieverin hat aber seit einem Jahr „plötzlich“ einen Rappel und locht Fußhupen und Weibchen, wenn beide angeleint sind. „Sie ist halt Frauchen-beschützend“, wasauchimmer. Halti, (zum Glück mit guten Trainern der PLS). Wir haben dann auch mal trainieren geholfen, ich war die Ablenkung. Hat gut geklappt. Weiss nicht obs geholfen hat, kam kein Feedback.

Nun ist auch noch der Welpe da, und damit der ja nicht zu menschengebunden irgendwann auch beschützend überschnappt, darf der nur isoliert im eigenen Garten geshaped werden, ich darf nicht mal schnuppern, spielen schon gar nicht. Immer freundlich grinsen, „nein, lieber nicht“, Angst im Gesicht.

Klar daß der Töle irgendwann die Watte zu den Ohren rausquillt und den Rehpinscher von vis a vis locht, wenn der zu nah an Frauchen vorbeitapst. Was die bei der Lübbe sonst noch lernen weiß ich nicht, aber Sozialisierung außerhalb vom Platz scheinbar nicht. Oder die Dingsda sollte mal in der Schule besser zuhören. Ich schreibe gewiß keinem vor, was er tun oder nicht tun soll, aber manches kommt mir schon sehr bescheuert vor.

Nachdem ich also freundlich bellend, diesen schicken Vorgarten links liegen hab lassen, durfte ich in Freifolge etwas vorlaufen. An der nächsten Ecke blieb ich wie immer stehen, ob auch alle nachkommen. Und weil da eine Frau mit Fußhupe in Schreckstarre angewurzelt war. Herrchen grüßt freundlich, ich steh 3m entfernt und schaue interessiert, und die Angst im Gesicht der Frau mit dem Haarbüschel auf dem Arm wäre definitiv ein Photo wert gewesen. Aber Herrchen ist nicht so schnell im denken heute 🙂

Die Fußhupe auf dem erstarrten Arm heißt in Insiderkreisen „Mr. Fungus“, weil er so aussieht 🙂 und der hat – das finde ich bemerkenswert – ausnahmsweise nicht von oben runtergebellt. Sehr vorbildlich. Oder er war auf dem Arm am ersticken.

So, nu is genug gelästert,

WuffWedel,

Dixie

Kategorie Diary | 8 Kommentare

8 Responses to Pipikaka-Runde

  1. Oh, bist du böse.

    Hier war auch mal eine Frau, die hatte einen Zwergpudel. Wir haben die lange nicht gesehen fällt mir grad ein. Die Frau stiezelte mit weißen Klamotten über meinen ständig überfluteten Matscheweg. Und ich lief zu dem Pudelchen hin. Da macht sie „Schschsch… Schschsch“ und will mich verjagen. Sagt sie zu Frauchen: „Hunde sind hier an der Leine zu führen.“ Sagt Frauchen: „Ja, kleine Pudel aber auch!“ Antwortet die tatsächlich: „Nein, das gilt nur für große Hunde!“

    Haaaab ich mich aber toll gefühlt, dass ich ein großer Hund bin.

    Nenene, kopfschüttelnd
    Banjo

  2. Indigo says:

    Komm lass uns weiter lästern Dixi Herrchen:-)
    Ich hätte da auch noch ne Menge zu berichten über hoch bissige Briards.
    Wieso bissig? Na, weiss man doch. A…..Ha….Ja…..
    Frauchen hat dann immer ein besonders blödes Grinsen im Gesicht.
    Das geht schon klar, solange sie nichts sagt. 🙂

    hochgefährlicher Indi

  3. Herr Chen says:

    Ne indi, ist schon gut.
    Manchmal scheint es halt befreiend, durch unqualifiziertes umsichschlagen den Ärger zu kanalisieren. Ist aber ned gut für die Karmapunkte …
    Aber mir gehts jetzt besser 🙂

    Dixies Herrchen

  4. Indigo says:

    hast Du völlig Recht.
    Darum mein blödes Grinsen.:-)
    Selbst das ist normalerweise zu viel.
    Gebe meine Energie nicht ab.Nur an Patienten.Und die sind dankbar dafür.

    Indi Frauchen

  5. Ich erzähl euch mal was. Aber ich darf keine Namen nennen, weil Frauchen ja bald in die Zeitung kommt und dann könnte die Person das hier finden.

    Darum haben wir auch die 9 arg rüchsichtslosen Stories von einem Bach-und-Wiesenhund, die ich hier erlebt habe, im Banjo Blog inzwischen auf „Privat“ gesetzt, die könnt ihr da nicht mehr lesen.

    Waren wir mal hier spät am Abend auf einer kleinen Pipi-Kaka-Runde und wer begegnet uns, kurz bevor wir wieder zu Hause sind? Zwischen den Häuser? Ohne seinen Menschen? Ohne Leine obwohl das in der Siedlung verboten ist? Geau! Der Bach-und-Wiesen-Hund. Frauchen hat gebrüllt: „Hau ab!“ Ist der Bach-und-Wiesen-Hund stehen geblieben und wir sind nach Hause gegangen. Für all das gibe es keine Zeugen.

    Zuhause schellt das Telefon. Frauchen geht dran: Das Bach-und-Wiesen-Hund-Frauchen. Sie will sofort wissen, ob was passiert ist. Frauchen hat gefragt, ob sie es denn für möglich halten würde, dass was passiert sein könnte? Sagt sie, DAS wär ihr jetzt egal, sie will bloß wissen, ob was passiert ist. Sagt Frauchen ganz laut: DAS sei ihr nun wieder egal, wir hätten genug Abenteuer mit ihr erlebt, wir brauchten keine mehr, schönen Abend. Und hat aufgelegt.

    Ist Frauchen ins Bad gegangen. Haare waschen. Schellt wieder das Telefon, ist sie aber nicht drangegangen, weil sie so nass war. Telefon schweigt. Schellt es nach einer Weile wieder. Frauchen lässt klingeln. Und dann hatte sie zwei Texte auf dem Anrufbeantworter, wo sie wüst beschimpft wird, sie sei ja wohl nur „Scheiße drauf“. Bei beiden Anrufen. Und das Bach-und-Wiesen-Hund-Frauchen war total besoffen. Dafür gibt es Zeugen. *hähä*

    Frauchen war zwar bisschen wütend, aber sie konnte sich auch das Lachen nicht verkneifen.

    Ganz schadenfroh
    Banjo und sein Frauchen. 😉

  6. DJ says:

    Manche Menschen sind wirklich unmöglich, sowas haben wir hier auch. Bei uns in der Strasse, nicht weit von uns lebt ein Retriever, Agilo und er waren Erzfeinde, da ging gar nichts, schon, wenn Agi ihn nur geahnt hat, ging es los und andersrum genauso. Dessen bewußt haben wir Agi, wenn wir draußen waren immer an einer 15 m langen Leine gehabt, für alle Fälle – aber der Retriever lief immer frei rum, ganz allein die Strasse lang. Einmal waren wir nicht schnell genug und der Retriever ging auf Agi los (bei uns auf dem Grundstück), Agi war angebunden und hatte so gesehen die A…. Karte. Herrchen ist dann dazwischen und hat den Retriever vertreiben können. Den Agi hatte der Retriever am Bein erwischt, was wir aber erst nicht gesehen haben, waren kleine Löcher, die sich dann richtig entzündet hatten.
    Dann ist der Retriever von einem Auto angefahren worden, Frauchen hatte das zufällig aus dem Fenster beobachtet, der Retriever musste operiert werden, bekam ne neue Hüfte….. und, mittlerweile ist er schon ziemlich alt, aber er läuft immer noch unbeaufsichtigt die Strasse lang und wir wissen nicht, wie er auf DJ reagiert, da wir da immer aufgepaßt haben, dass die beiden sich nicht begegnen.

    Liebe Grüße
    von DJ

  7. Habca & Miriam says:

    Oh, Lästerstunde. 😉 Habe gehört die Frau Lübbe hat selber Hunde die nicht so ganz ohne sind. Aber eine Entschuldigung ist das nicht, bei der Hundeakademie gibt es schon auch super Seminare zur Sozialisierung. Ist schon schade, was manche Leute aus ihren Hunden machen.

  8. Herr Chen says:

    Habca & Miriam,
    Lästerstunde: ich verspreche, an dieser Charakterschwäche zu arbeiten 🙂

    Dixies Herrchen

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