Liebe Freunde

Wie ihr bestimmt schon wisst, habe ich Jungspund am Sonntag den alten, weisen Silberlöwen besucht. Es war Kennenlernen und Abschied in einem. Denn  heute ist er über die Regenbogenbrücke gegangen, gemeinsam mit dem guten alten Lord. Ihr seid bestimmt alle traurig, denn dieses Jahr mussten wir von so vielen Freunden Abschied nehmen: Dojan, Merlin, Carlchen, Niki, Baloo, Lord und Banjo.

Deswegen muss ich euch jetzt noch eine ganz wichtige Geschichte vom Sonntag erzählen, von meinem Treffen mit Banjo.

Als erstes hat er mich verbal zusammengestaucht: „Wo warst du denn so lange? Ich habe nicht ewig Zeit!“. Ich konnte mich gar nicht richtig entschuldigen, er hat mich nicht ausreden lassen. Daß ich Durchfall hatte und erbrochen habe vor Aufregung, das wollte ich ihm nicht sagen.

„Bleib mal schön in meiner Nähe, geh nicht zu weit weg. Wir unterhalten uns dann später, jetzt muß ich noch eine Weile horchen.“

Dann war er weg.

Ich meine er war schon da, aber auch woanders: Der Hundegott sprach zu ihm und er horchte ganz aufmerksam, in sich gekehrt. Nur er konnte ihn hören.

Später, auf der kleinen Wiese, sprach dann Banjo zu mir – genauso lautlos wie der Hundegott davor zu ihm sprach. Ja, viele Hunde können das. Und Banjo konnte das besonders gut. Er hat mir viel erzählt, aber ich soll euch folgendes mitteilen:

Wir Hunde gehen Alle, ausnahmslos, über die Regenbogenbrücke zum Hundegott. Wir nennen Ihn Hundegott, weil wir dies aus hundischer Sicht betrachten, aber er kümmert sich um alle Lebewesen.

Wir Hunde leben aus menschlicher Sicht deswegen so kurz, weil wir intensiver leben. Wenn die Menschen von ihrer Lebenszeit folgendes abziehen würden,
dann kämen sie auf Hundejahre: Schulzeit, Studium, Ausbildung, Bewerbungsgespräche, Meetings, Urlaub, Futtersuche, Partnersuche, Neid, Lügen, Zwietracht, und sonstiges Gedöns.

Und weil wir so sind wie wir sind, fällt ihnen der Abschied so schwer.

Aber da wo wir mal hingehen, da ist alles Zeitlos. Wir sind friedlich miteinander, haben immer Freude und können nach Herzenslust Eierkuchen fressen, ohne daß uns schlecht wird. Na, klingelts bei Euch? Ja, der Spruch „Friede, Freude, Eierkuchen“ stammt vom Ende der Regenbogenbrücke und ist für euch Menschen nicht nachvollziehbar. Nichts wird dort interpretiert, sondern hat nur eine wahre Bedeutung. Dort ist nichts oberflächlich sondern voller Liebe. Nichts ist zweideutig sondern ehrlich.

Naja, eigentlich können wir dort alles fressen. Denn dort bekommt uns alles, nichts ist unverdaulich, und wir müssen auch nix dafür tun. Kein Sitz oder Platz oder sonstwas. Leckerchen, Käsestückchen, Würstchen, Dottis, Bälle, Stöckchen, das ganze Zeug liegt oder fliegt herum.

Aber das allerwichtigste ist, daß wir eine Aufgabe haben: wir unterstützen den Hundegott bei seiner Arbeit. Und diese Arbeit kommt auch euch Menschen zugute. Ergo, wir sind auch weiterhin für euch da.

Immer.

Kategorie Diary | Schlagwort , | 3 Kommentare

3 Responses to Liebe Freunde

  1. Hoshi says:

    Das hast du wunderwunderschön geschrieben!
    Vielleicht hört Frauchen deswegen gleich mal auf zu weinen.

    Wüffchen
    Hoshi

  2. Ich hab das seit gestern mehrfach gelesen und finde den Artikel sehr trostreich. Die Geschichte von Wauzi und dem Hundegott hab ich irgendwann mal geschrieben, als in einem Jahr viele Hunde gestorben sind, die jünger waren als Banjo. Jedes Mal wurde ich dran erinnert, dass mein alter Schatz auch nicht ewig bei mir sein würde. Ich habe oft und lange um ihn geweint, obwohl er doch noch da war. Immer war da die Frage: Warum müssen sie gehen? Was wird mit mir, wenn er weg ist und mich alleine zurück lässt.

    Und dann kam diese Geschichte. Es hat mir damals wahnsinnig geholfen, diese Verlustangst zu überwinden. Einen Grund zu haben, warum er wird gehen müssen. Irgendwann. Und das ist ein guter Grund. Immer wenn ich Angst um ihn hatte, habe ich diese Geschichte gelesen.

    @Karina:
    Es hat mich sehr erschreckt, als du geschrieben hast, du wirst dieses Jahr für immer hassen. Gleich dahinter kam dann die Einschränkung, dass es dir zwar viele Hunde genommen, dir aber auch Hoshi gegeben hat.

    Hass ist so ein starkes Wort. Das Jahr, die Zeit kann nichts dafür, dass unsere Hunde gehen müssen. Und ich bin froh, dass Banjo gegangen ist, denn alle noch kommenden Tage wären eine Qual für ihn gewesen. Als wir ihn in die TA-Praxis gefahren haben, nachdem er noch ein paar Stunden bei mir gelegen hat, lief blutiges Wasser aus seiner Nase. Das heißt, seine Lunge war in irgendeiner Form kaputt. Darum auch der heftige, schwere Atem, den Frau Chen hier bei ihm gesehen hat. Es ist gut so, dass er nicht mehr ist und die kranke Lunge nicht erleben muss.

    Wie krank Dojan und Merlin waren, weißt du selbst. Auch für sie ist es gut, dass die ihre Krankheiten nicht bis zum bitteren Ende ausleben mussten.

    Wenn ein Hund bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, oder von einem anderen Hund zerrissen wird – das sind Todesfälle, die man nicht verstehen kann, die unnötig sind, die unsere Seele unnötig quälen.

    Aber Alter und Krankheit – lass sie leben, solange sie Freude dabei haben. Sobald die Freude verloren geht, oder die Hundewürde – dann lasst uns das ihnen zuliebe beenden. Bei unseren Hundefreunden dürfen wir das. Bei Menschen die wir lieben und es auch gerne abkürzen würden, dürfen wir es leider nicht. Welches Privileg für unsere Hunde.

    Gib deinen Hassgefühlen eine Briardkelle auf die Mütze. Sie zerfressen dich, und tun dir nicht gut. „Das Jahr“ hat seinen Job getan. Es hat die Qualen unserer kranken Hunde verhindert und dir Hoshi vor die Füße geschmissen. Versöhn dich mit ihm. 😉

    Wieder viel zu viel Text, ich weiß. *oops*

    Traurig, aber mit einem guten Gefühl im Bauch
    Banjo’s Frauchen.

  3. Indigo says:

    an Euch alle meine liebgewonnenen Blog Freunde.
    Ich will das mein Frauchen wieder lacht und das Banjo Frauchen , das Lord Frauchen, das Dojan und Merlin Frauchen,und…und..und…
    es ist Frauchen schwer gefallen, doch hier ist das versprochene Fussballspiel…..

    schaut mal rein
    Stubs, Knuff Indi

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