Ein Tag im Auto

Ohne Vorwarnung sind meine Menschen am Samstag ganz früh aufgestanden. Es war fast noch Dunkel. Sowas ist schon selten. Ich habe mit ihnen gemütlich gefrühstückt, aber bald brach eine gewisse Hektik aus. Sie haben Brote geschmiert und Rucksäcke gepackt, Wasser in Flaschen gefüllt und uns reisefertig gemacht.

Und dann saßen wir eine Stunde im Auto. Es hat geschaukelt.

Wir sind in ein Gasthaus gegangen in dem ein anderer Hund war. Dem hab ich gleich mal erklärt was ein Klischee ist: „Ich bin hier der Briard!“. Und mein Ruf war ruiniert 🙂

Und die Menschen haben viele andere Menschen, die nach Hund rochen, getroffen.

Und dann saßen wir im Auto. Es hat geschaukelt.

Wir kamen in einem Wald an und sind kurz raus. Viele andere Hunde standen schon mit ihren Menschen da. Ich durfte aber an keinem schnuppern.

Und dann saß ich mit Herrchen im Auto.

Die anderen saßen alleine in ihren Autos.

Herrchen ist mit mir noch etwas spazieren gegangen, aber Frauchen war nicht da.

Und wir saßen wieder im Auto. Und warteten.

Dann kam ein Tatütata. Und wir warteten.

Aber dann sind wir raus, ich habe mein Mantrailing Geschirr angezogen und bin Herrchen hinterhergerannt. Das fand ich Klasse.

Und dann saß ich mit Herrchen im Auto. Und wartete.

Später kam Frauchen und Herrchen ging weg.

Und dann saß ich mit Frauchen im Auto. Und wartete. Mir war echt langweilig.

Endlich sind wir wieder raus und ich hab Herrchen gesucht. Das war einfach.

Und dann saß ich mit Frauchen im Auto. Und wartete.

Und wir saßen vor dem Auto.

Und wir saßen neben dem Auto.

Und wir saßen hinter dem Auto.

Und wir saßen wieder im Auto. Und warteten. Ich weiß nicht, was das sollte.

Herrchen und Frauchen sind wieder mit mir zu den anderen Menschen gegangen. Eine Jacke lag da rum und ein Pulli. Den Pulli hab ich dann gesucht. Das fand ich Klasse.

Und dann saß ich wieder im Auto. Und wartete. Ich war so langsam echt sauer.

Ganz lange später bin ich wieder raus und sollte ein Taschentuch suchen. Ich war aber nun wirklich sauer und hatte überhaupt keinen Bock mehr. Und der Wald war voller alter Spuren von diesem Taschentuch. Ja, ärgert mich nur, machts mir nur schwer. Ich kanns ja vertragen.

Ich kann euch nur warnen: Seminare sind fürchterlich öde und schlecht für das seelische Gleichgewicht.

Und dann saßen wir eine Stunde im Auto. Es hat geschaukelt.

Endlich war ich wieder bei meinen Hühnern. Nun ging es mir wieder gut. Ein Nickerchen und dann die Hühner einschließen, mit der Mini-Nacktnase spielen und ganz lange schlafen – so lasse ich mir den Abend durchaus gefallen.

Am nächsten Morgen sind wir wieder ganz früh ins Auto.

Und es hat eine Stunde geschaukelt, aber dann bin ich mit Herrchen spazieren gegangen. Aber Frauchen hat gefehlt.

Und dann saßen wir wieder im Auto. Es hat geschaukelt.

An einem Einkaufszentrum bin ich dann mit Frauchen spazieren gegangen, aber Herrchen hat gefehlt. Zumindest musste ich nicht im Auto sitzen. Das hätte mir grade gefehlt.

Dann hab ich eine Jacke gesucht. Hat am Anfang Spaß gemacht, aber die Jacke war sehr verwindet und eine Menschenmeute war mir auf den Fersen. Ich hasse das. Und die Menschen haben ganz viel erzählt.

Ich musste nicht im Auto warten. Die anderen Hunde schon.

Am Mittag sind wir nach Hause gefahren, aber die anderen Hunde saßen immer noch alleine in ihren Autos.

Ich nicht. Ich hatte meine Hühner, konnte schlafe und später kam mein Freund Finn. Er blieb ganz lange und wir haben getobt und gespielt und gezankt und uns ganz viel gefreut. Ich bin froh, daß der Finn kein Jagdhund ist, der den ganzen Tag im Auto sitzen muss.

Und heute bin ich froh, denn ich habe den ganzen Tag Besuch.

WuffWedel,

Dixie

Kategorie Diary | Schlagwort , | 3 Kommentare

3 Responses to Ein Tag im Auto

  1. Oh Gott, Dixie. Das war ein Auto-Seminar. Wie sitze ich im Auto, wie verliere ich einen Chen-Teil?

    Bin ich aber froh, dass du das Geschaukel gut überstanden hast. Ein Hund hat es echt nicht leicht. So’n Quatsch und dafür ne Stunde Autoschaukeln.

    Es kann nur besser werden.
    zwinkernd
    Banjo’s Frauchen

  2. Dixie says:

    Ich mache nieeee wieder ein Auto-Seminar! Niemals nie nicht! Haben mir meine Nacktnasen versprochen. Aber ich glaube die haben da, auf dem Auto-Seminar, viel dazugelernt, vor allem tolle Sachen über Mantrailing, dieses Spiel werden die in Zukunft noch toller gestalten. Die haben da auch noch andere interessante Sachen erfahren, von den Nacktnasen der anderen (Jagd)Hunde (die ich nicht anschnuppern durfte): wie gefääählich Briards sind, wie man mich besser zu Gehorsam bringt, dass Briards doch eher für Agility oder Dogdancing geeignet wären, denn Schnüffelarbeit wird ihnen ja nicht sozusagen in die Wiege gelegt.
    Es wird langsam wieder besser 😉

    WuffWedel,
    Dixie

  3. Wurschti says:

    Stimmt Dixie,
    wir Briards sind echt minderbemittelt. Keine gute Nase, die Augen können wir wegen unserer Frisur ohnehin vergessen und von den Ohren wollen wir gar nicht reden, denn hören können wir erst recht nicht (hihi).

    Schreibt doch mal etwas über die Seminar-Inhalte. Zum Beispiel über den Air-Bag oder die Sicherheitsgurte…

    Gespannte Grüße vom Wurschti

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