Dixie und die Menschen

Ich kann seit ewigen Zeiten nicht mehr bei DJ kommentieren, generell habe ich Schwierigkeiten mit over-blog. Ich nehme DJ’s Frage als Anlass die Beziehung von Dixie zu Menschen ein wenig (in groben Zügen) zu beschreiben.

Wie manche von euch wissen, lebt Dixie bei uns im „Angestellten-Verhältnis“  , eines ihrer Aufgaben ist Klingelverstärker zu sein 🙂

Auch wenn mal die Klingel ausfallen sollte (was öfter vorkommt..) und Dixie nicht gerade in einem tiefen Schönheitschläfchen versunken ist, dann wird gebellt.

Anhand vom Bellen kann ich erkennen ob es bekannte oder fremde Besucher sind, zum Teil weiss ich sogar WER genau da rein will.

Bekannte werden stürmisch begrüßt und sie muss ein paar Minuten mit einem Ochsenziehmer (oder irgendwas anderes) im Maul hin und her patroullieren. Danach legt sie sich irgendwo hin und wartet dass man sie zum beschmusen ruft. Meistens ist sie in Schmuse-Laune 🙂 Mit unserem Nachbar Michael wird erst ein kleiner Kampf inszeniert, beide tollen wie die Wilden auf dem Boden herum.

Fremde hinter dem Tor werden, wie es sich gehört, lauthals gemeldet. Wer Angst vor Hunden hat der kann wieder gehen, denn ich sperre meinen Hund nicht ein! Ansonsten bitte ich den „Neuling“ seine Arme locker neben dem Körper zu behalten, auf keinen Fall hochzuheben und nicht den Hund anzustarren 🙂 Dixie schnuppert kurz aus geringer Entfernung und entscheidet ob sie den Besuch mag oder nicht.

Falls sie den Besuch mag dann geht sie hin und lässt sich betatschen, wenn die Hand oben auf den Kopf landet dann entzieht sie sich und ich muss dann den Besucher „belehren“;)

Falls der Besuch für nicht so toll befunden wurde, dann weicht sie mir nicht von der Seite und achtet darauf dass ich immer zwischen ihr und dem Fremden bin.

Fremde die plötzlich mittem im Garten stehen weil sie einfach so zum Tor reinkamen werden gestellt! Auch das wird genauso von uns erwartet. „Stellen“ bedeutet bei Dixie keinesfalls umschmeißen, sondern in sicherer Entfernung von ca.2 Meter bellen was das Zeug hält, Beine breit und Rute waagerecht. So wartet sie bis ich komme, danach wird beschnuppert und für ok oder nicht ok befunden.

Ja, in unserem Dorf ist es halt üblich dass man einfach irgendwo reinspaziert, auch wenn da ein Hund leben sollte. Deswegen war ich auch auf dem Ordnungsamt um mich nach der Rechtslage zu informieren.

Man hat mir versichert dass es durchaus gerechtfertigt ist wenn mein Hund einen Eindringling (jeder der unaufgefordert das eingefriedete Grundstück betritt) stellt oder sogar verletzt, „dafür wäre ja der Hund da“ 🙂 Na ja, so ganz traue ich dem nicht…

Ich habe meinem Hund das oben genannte Verhalten nicht andressiert, ich habe nur dafür gesorgt dass sie gute Erfahrungen mit Menschen hat, dass sie niemals in Bedrängnis gerät, ihr vermittelt dass ich für ihren Schutz zuständig bin und nicht umgekehrt.

Ich bin nicht der Boss, kein Alpha-Tier und auch nicht El Cheffe 🙂

Wir sind ein Team in der Dixie gelernt hat dass ich gut für sie sorge, ihr Schutz biete, Linderung bei Schmerz, wichtige Aufgaben zuteile, ihre Bedürfnisse respektiere. Ich habe meine Aufgaben und sie hat ihre.

Wenn ich mal schwächeln sollte, über einen gewissen Zeitraum, oder mal planlos bin (s. Schafe hüten) dann versucht mein Hund die entsprechenden Aufgaben zu übernehmen – echtes Teamwork 🙂

Genau das erwarte ich von einem Hund und solange das Vertrauensverhältnis stimmt hat das nichts mit „die Führung übernehmen“ zu tun.

Ich vertraue meinem Hund aber ich traue den Menschen nicht so ganz – zumindest was den Umgang mit Hunden angeht. Deswegen hatten wir Dixie früh genug mit verschiedenen Menschen und Situationen vertraut gemacht die später mal zum Problem werden könnten.  Solange Patrick oder ich dabei sind, d.h. sie im Notfall beschüzten können, lässt Dixie sich sehr viel gefallen.

Beispielsituation: wir sitzen zu Dritt in Frankfurt in einem Straßen-Cafè, Passanten gehen vorbei und streicheln Dixie im Vorbeigehen über den Kopf. Sie ignoriert es einfach. Der Zweite der das gemacht hat, ein Pärchen, bleibt dann stehen und meint: „der reagiert ja überhaupt nicht!!!“ Ich: „Nein, aber ich wenn sie nicht gleich weiter gehen!“ Danach tauschten wir die Plätze so dass keiner mehr Dixie belästigen konnte – sie war dankbar 🙂

Es gibt eine Situation vor der ich Angst habe: was passiert wenn mal ein Kind einfach so bei uns im Garten auftaucht, kein Erwachsener dabei und ich bin nicht gleich da? So ein kleiner Mensch fällt leicht um, das alleine würde schon reichen um ein Skandal auszulösen. Dixie mag manche Kinder, andere sind ihr unheimlich. Wird mein Hund versuchen mit dem Kind anders zu schimpfen als mit einem Erwachsenen? Vermutlich. Ein Anstarren in Augenhöhe ist schon was anderes als eines von-oben-nach-unten. Da könnte man doch als Hund leicht auf die Idee kommen mal Bescheid zu sagen… 🙁

Ja, davor habe ich Angst! Ach ja, Tore verriegeln hilft auch nichts, „man“ klettert einfach drüber…

Und zum Schluss:

Nach Einbruch der Dunkelheit ist Dixie innerhalb des Hauses der Pausen-Clown, ausserhalb der Hund von Baskerville  – das steckt in den Genen 🙂

liebe Grüße,

das Dixie-Frauchen

Kategorie Erziehung, Repertoire | Schlagwort , , , , | 6 Kommentare

6 Responses to Dixie und die Menschen

  1. Den letzten Satz unterstreiche ich fett. In der Nacht ist alles anders!
    Ansonsten ist es bei Emil ähnlich, mit zwei Unterschieden: Emil bellt nicht wenn es klingelt. Bei uns würde niemals einer übers abgeschlossene Tor klettern. Emil ist eben doch _etwas_ größer als Dixie. 😉
    LG BB

  2. DJ says:

    Hi Dixi,

    schade, dass du bei mir nicht mehr kommentieren kannst. Aber ich hab eine eigene E-Mail-Adresse, da kannst du mir schreiben und ich setz deinen Kommentar dann in den Blog, wenn du möchtest. Hier die Adresse: Blog.von.DJ@gmx.de.

    Man gut, dass bei uns in der Nähe keine kleinen Kinder wohnen, davor hat Frauchen auch immer Angst gehabt, dass da was passieren kann. Wäre nicht das erste Mal, sowas hört man immer wieder.

    Ich mag es übrigens auch nicht, wenn man mir direkt auf dem Kopf rumtätschelt, deswegen werde ich auch immer schön von der Seite gestreichelt und wenn man dann noch ein wenig meine Ohren knetet – köstlich.

    Liebe Grüße
    DJ

  3. Miriam says:

    Ich glaube dass Dixie Kinder im Garten zwar auch stellen würde, dass sie aber sehr vorsichtig wäre, vorsichtiger als bei Erwachsenen, eher wie mit ihrem entlaufenen Huhn damals. Klar, wenn das die Mama übern Zaun beobachtet wäre sie auch nicht begeistert. Aber das wird man nicht verhindern können, sie wäre auch nicht begeistert wenn Schmusi-Goldi ihr Einbrecher-Kind in einer Spielattacke umwirft…

    Ihr könntet ein Schild am Tor anbringen: „Einbrechen auf eigene Gefahr, Eltern haften für ihre Kinder, Tor überklettern verboten“ usw. – ich glaube das hat auch juristische Konsequenzen…

    Miriam

  4. Wurschti says:

    Wir müssen ja mittlerweile differenzieren. 🙂
    Wurschti bellt manchmal, wenn es klingelt. Manchmal nicht. Wurschti bellt, wenn jemand nicht normal am Gartenzaun vorbeigeht, bzw. sogar die Frechheit besitzt, stehen zu bleiben. Bei uns betreten eigentlich keine Fremden das Grundstück. Es gibt aber immer wieder todesmutige Mitarbeiter der Post oder der Paketdienste, die lauthals verkünden, dass sie sich mit großen Hunden auskennen. Weil diese Boten bei uns regelmäßig kommen, sind das keine Fremden für mich. Diese Leute bellt Wurschti meist von der Hausecke an. Also aus sicherer Entfernung (für beide). Bisher hat er niemanden gestellt oder gar angegangen! Wurschti ist ebenso cool, wenn es dunkel ist. Kein Unterschied in der Toleranz.

    Joshi bellt (noch) nicht, wenn es klingelt. Er hat die Verbindung noch nicht. Alle, die aufs Grundstück kommen oder draußen sind, werden freudig begrüßt. Joshi bellt auch (noch) nicht, wenn jemand aufs Grundstück kommt und Wurschti bereits bellt. In wenigen Fällen bellen beide, wenn verdeckte Geräusche am Garenzaun sind. Joshi mutiert zum Oberherdenschutzhund mit extremem Gebelle, sobald es dunkel ist und verdächtige Geräusche zu hören sind. Das war neulich noch niedlich, als wir (versucht) haben, draußen zu schlafen. Wenn seine Stimme dann mal erwachsen wird, könnte das aber auch Eindruck machen. 🙂

    Wir hängen demnächst ein Schild an die Eingangspforte. Ein Bild mit einem Briard und dem Text „Du siehst mich nicht! Du hörst mich nicht! Aber glaub‘ mir, ich bin da!“

    Die Probleme mit Overblog habe ich übrigens auch.

    Viele Grüße vom Wurschti-Herrchen (Joshi ist Mama-Hund)

    • Dixie says:

      Hallo Wurschti_Herrchen, Joshi’s jetziges Verhalten erinnert mich stark an das Verhalten von Dixie als sie in dem Alter war, jeder war ihr Freund! ..und gebellt hat sie erst mit etwa 1/2 Jahr…., also abwarten 😀
      Ich kann es kaum erwarten den Kleinen kennen zu lernen!
      Diana

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